Hamburger erobern Alster und Elbe

Jetzt sind die Burger in Hamburg angekommen. Vor einigen Jahren startete dieser Trend in Berlin, X-Burger oder Berlin Burger International sind nur zwei der vielen Läden, in denen man in der Hauptstadt gute Burger bekommt. 

Seit geraumer Zeit schießen Läden dieser Art auch in Hamburg aus dem Boden. Eine Entwicklung, die ich sehr begrüße. Wollte man in Hamburg gute Burger essen, blieb einem vor allem Jim Block, ein Ableger der Steakhaus-Kette Block House. Mit den neuen Restaurants bekommt man nun auch in Hamburg Hamburger in guter Qualität: mit Buns in guter Qualität, mit Fleisch, oft in Bio-Qualität und anderen frischen Zutaten. Das lässt die Massenware von Burger King oder McDonalds, die sich zwar auf dem Papier um einen grünen Anstrich bemühen, alt und noch geschmackloser aussehen, als es sowieso ist.

Ich habe mich durch verschiedene Restaurant gegessen und hier kommt die ultimative Hamburger-Burger-Kritik.

Getestet wurden:
1. Die Brooklyn Burger Bar
2. The Bird
3. Otto‘s Burger
4. The Burger Lab

Bevor ist etwas über das Essen schreibe, eins noch vorneweg: Wer in Hamburg essen geht, sollte immer reservieren. Das gilt insbesondere für die Burger-Läden, die momentan sehr angesagt sind. Im Burger Lab und bei Otto ist eine Reservierung allerdings nicht möglich. Wer nicht soviel Zeit hat: Am Ende des Textes findet sich eine kurze und knappe Zusammenfassung.

Brooklyn Burger Bar:

In einer ehemaligen Apotheke in der Hamburger Innenstadt werden Cocktails und Burger serviert. Die Buns werden selbst gebacken, die Patties werden aus Bio-Hackfleisch hergestellt. Die Burger werden, wenn nicht anders bestellt, medium gegrillt und das meinen die Köche auch ernst: Mein Burger war innen noch rosa, das Fleisch war auf den Punkt gegrillt. Zu meinem Chimichurri-Burger hatte ich klassische Pommes – ich liebe Pommes – an denen es auch nichts auszusetzen gab. Alternativ gibt es auch Pommes aus Süßkartoffeln, einen Side Salad, gebratene Champignons oder Pimentos de Pádron. Neben dem Burger des Monats wird ein Bier des Monats angeboten: Denn ebenso wie Burgerläden gibt es seit kurzem viele lokale Brauereien mit neuen Biersorten. Eines diese Biere wird in der Brooklyn Burger Bar als Bier des Monats angeboten.
Brooklyn Burger Bar, Alter Fischmarkt 3.

The Bird

Mitten auf St. Pauli befindet sich seit mittlerweile zwei Jahren das Bird in Hamburg, eine Dependance der Berliner Läden. Hier werden Burger und Steaks serviert, die Bedienung spricht gern mal englisch, es ist laut und voll in dem Laden. Die Lautstärke ist teilweise etwas anstrengend, ein paar Stoffbahnen an den bodenlangen Fensterseiten würden vermutlich den Geräuschpegel schon etwas dämmen, aber nun gut.

Das wichtigste ist: Auch hier ist das Essen ganz ausgezeichnet. Die Portionen sind üppig, das Bier lecker und die Bedienung freundlich. Wenn der Laden voll ist – und das ist er in der Regel ab 19 Uhr, und nicht nur am Wochenende – muss man allerdings manchmal etwas Geduld mitbringen. Darauf wird allerdings auch an der Bar und auf der Speisekarte aufmerksam gemacht. Da alles frisch zubereitet wird, kann es eben etwas dauern, bis die Bestellung ankommt. Bei meinem letzten Besuch hatte ich einen Dr Zian Burger mit Stilton Käse. Ich finde nichts enttäuschender wie einen Blue-Cheese-Burger, bei dem man keinen Blue Cheese schmeckt. Der Zian Burger hat mich nicht enttäuscht: ein kräftiger Stilton-Geschmack dominierte leicht den Geschmack, ganz so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Auch zu empfehlen: The Drunk Ghetto. Bei diesem Burger wird gleich ein Shot Wodka mit geliefert. Prost und Guten Appetit!
The Bird in Hamburg, Trommelstraße 4.

Otto‘s Burger

Honey B. Burger mit Zwiebeln und Baby-Spinat und Pommes

Honey B. Burger mit Zwiebeln und Baby-Spinat.

Der kleine Laden an der Langen Reihe in St. Georg hat es mir besonders angetan. Die Buns sind frisch gebacken, es sind köstliche Brioche-Brötchen. Ich habe mich für einen Honey B-Burger entschieden: Neben dem Pattie war er mit süßlich gedünsteten Zwiebeln und Baby-Spinat belegt. Köstlich. Besonders erwähnenswert sind hier die Beilagen: Perfekt frittierte Pommes und ein frischer Coleslaw. Die selbstgemachten Pommes waren innen ganz weich außerm kross und knusprig – so bekommt man sie nur hin, wenn sie zweimal frittiert werden. Dazu gibt es eine Mayonnaise, die eine schöne Senfnote hat. Ich vermute, dass ein Senf à l‘anicienne dort mit verarbeitet wurde. Genauso lecker ist der Coleslaw-Salat, der aus Kohl und Möhren besteht. Die frische Minze in dem Salat eine schöne Frische.
Otto’s Burger, Lange Reihe 1-5.

The Burger Lab

Burger im Burger Lab in der Schanze

Burger im Burger Lab in der Schanze

St, Pauli, Innenstadt, St. Georg – da darf die Schanze natürlich nicht fehlen. Auch dort gibt es seit kurzem einen ambitionierten Burgerladen. Das Konzept auch hier: frische Buns aus einem Briocheteig, leckeres Fleisch, gute Produkte. Die Größe der Portion hat mir hier etwas besser gefallen als bei Otto‘s Burger. Im Vergleich mit Otto‘s Burger schneidet The Burger Lab aber ansonsten etwas schlechter ab: Die Pommes waren auch gut frittiert, aber mir eine Spur zu salzig, der Coleslaw schmeckte etwas dumpf – das mag an der Petersilie gelegen haben. Der Hähnchenburger war auch nicht die beste Wahl – der Burger konnte mich nicht überzeugen. Die Scheibe Emmentaler lag kalt im Burger – mindestens angeschmolzen hätte sie sein müssen.
The Lab Burger, Max-Brauer-Allee 251.

In Kurzform:

The Lab Burger und Otto‘s Burger:

Die Burger bei Otto haben etwas mehr Raffinesse: ein frischer Coleslaw, perfekt frittierte Pommes, leckere Mayonnaise. Selbstgebackene Buns machen den Burger perfekt. Auch im Lab Burger sind alle Zutaten von ausgezeichneter Qualität, die Portionen sind etwas größer als bei Otto. Allerdings war mir alles eine Spur zu salzig. Man bestellt in beiden Läden am Tresen, Reservierung ist nicht möglich.

The Bird und Brooklyn Burger Bar

Beide Restaurants bieten Burger in Spitzenqualität an. Im Bird sind die Burger eine Herausforderung, mit der Hand zu Essen – auch wenn das ausdrücklich gewünscht ist. Das Bird, in unmittelbarer Nähe der Reeperbahn gelegen, ist auch etwas mehr Reeperbahn als die Brooklyn Burger Bar: Etwas derber, etwas lauter, etwas mehr Rock dröhnt aus den Lautsprechern. Die Brooklyn Burger Bar ist nun auch kein Japanischer Teegarten, aber geht dort etwas hanseatischer zu als im Bird.

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