Die Cantina Popular – fröhliche Küche am Schulterblatt

Vor wenigen Wochen eröffnete ein neues Lokal in Hamburg: die Cantina Popular. Die örtliche Medien berichteten, in den sozialen Medien las man von dem Lokal – die Cantina Popular ist der neue heiße Scheiß.

Hinter dem Lokal stecken zum einen Karl-Heinz Dellwo und Heinz Strunk und Maria Endrich und Alvaro Pina. Die ersteren beiden haben zwar eine gewissen Prominenz, sind mir aber bisher im Zusammenhang mit kulinarischen Dingen noch nicht begegnet. Mit anderen Worten: Es ist mir ziemlich egal, ob an einem Restaurant Heinz Strunk oder sonst ein Name dran steht: Auf den Inhalt kommt es an. Und für den Inhalt sprechen die Namen Maria und Alvaro, die sei längerer Zeit das Bistro Carmagnole in der Schanze führen. Und das Carmagnole mag ich sehr.

Die Cantina Popular ist, wie Heinz Strunk schreibt: „eine Volksküche auf high end Niveau“, die „besticht durch eine Reihe von Superlativen, ja, sie IST im Grund genommen ein einziges Superlativ: Das allererste lateinamerikanische Restaurant Hamburgs, das sich nicht monothematisch auf ein Land, auf eine Region beschränkt, sondern einen Querschnitt durch die Rezepturen und Gerichte von Mexiko bis Patagonien bietet.“

Man kann sich gut quer durch die Karte essen, denn die Portionen sind übersichtlich, sie orientieren sich an einer größeren Tapas-Portion. Die Fröhlichkeit und Abwechslung der Einrichtung mit ihren bunten Fliesen (und dem wahnsinnig schönen Besteck)

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Etwas unverständlich war, dass wir das Besteck nicht mitnehmen durften. Es ist wirklich sehr schön!

spiegelt sich auch in dem Essen wieder: Es überzeugt mit seinen frischen, kräftigen Aromen und bringt eine ganz neue Farbe in die kulinarische Landschaft Hamburgs. Sehr angetan war ich vom Bio-Rinderherz, Anticuchos de Corazón, das in Rotweinessig marinierte Herz wird mit Kartoffeln und einer Erdnuss-Huancaína serviert, die geschmorte Querrippe war klasse, vor allem die karamellisierten Tomaten dazu! und der Burger mit Avocado – super. Wir probierten außerdem ein vegetarisches Gericht auf Quinoa-Basis, das fanden wir drei Testesser etwas langweilig. Die Desserts: Tiramisu und ein Bananen-Crumble haben den Abend abgerundet.

Nicht ganz so überzeugend finde ich die Weinkarte. Um mit dem positiven anzufangen: Den mallorquinischen Rosé, den wir hatten, war super. Die Flasche kostet etwas unter 30 Euro, der Wein hatte etwas kantiges und eine herbe Frucht – das war kein Sommerwiesen-alles so toll hier-Rosé – der Wein war schwieriger, aber auf eine sehr angenehme Art und Weise, die zu den kräftigen Aromen des Essens sehr gut passte.

Die meisten Weine lagen um die 40 Euro – das finde ich schon recht viel. Eine etwas größere Auswahl bei Weinen um 25-30 Euro beziehungsweise einen einfachen und guten Hauswein, quasi ein Volkswein für die Volksküche, vermisse ich dort.

Am Service gibt es auch nichts auszusetzen: Einzig das Essen könnte etwas schneller kommen. Immer wenn man dachte: Haben Sie uns vergessen? Jetzt könnte das Essen aber kommen – genau dann kam das Essen auch. Man muss aber auch dazusagen, dass wir in der zweiten Woche in der Cantina Popular waren, das verbuche ich mal unter: Es muss sich alles erst etwas zurecht ruckeln. Ich freue mich auf den nächsten Besuch!

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