Mit Eistee und fruchtigen Limos in den Sommer

Limonaden, Saftschorlen oder G‘spritzter – das ist der Trend im Sommer 2015. Darauf lege mich jetzt mal fest. Und das ganze kommt möglichst Bio, vegan und Fairtrade daher. Das ist mein Eindruck, den ich auf der Internorga gewonnen habe.

Auf der Gastronomie-Fachmesse habe ich verschiedene Brausen und Teegetränke probiert. Und dabei eine Frucht neu entdeckt, die ich bisher immer etwas schwierig fand: die Stachelbeere. Die Firma Voelkel aus dem Wendland hat die Margret & Karl Schorlen auf den Markt gebracht. Die Idee dahinter geht auf die Anfänge der Firma Voelkel zurück.

Margret und Karl Voelkel hatten vor mehr als 80 Jahren begonnen, aus den Früchten der heimischen Obstbäume und -sträucher Saft zu gewinnen. Stachelbeere, Schwarze Johannisbeere und Rhabarber gibt es darum als Rückgriff auf die Anfänge der Firma nun als Schorlen. Besonders die Stachelbeere hat es mir angetan: Leicht säuerlich im Geschmack, ergibt die Fruchtschorle zusammen mit der Kohlensäure ein wunderbares Erfrischungsgetränk für den Sommer. Als Marmelade oder auf Kuchen hat mich die Stachelbeere nie sonderlich begeistert – aber in dieser Form finde ich die Verarbeitung sehr gelungen.

Zwei Flaschen der Firma Voelkel

Die Margret und Karl Saftschorlen von Voelkel

Was ich mir auch prima vorstellen kann: die Stachelbeerschorle im Duett mit etwas Wodka. Ich sehe mich schon im Sommer auf diversen Open-Airs tanzen. Zur Erfrischung gibt es eine Open-Air-Schorle. Discoschorle war gestern, Stachelbeer-Wodka ist morgen!

Ich mag auch die Idee dahinter, zurück zu den Anfängen zu gehen. Ich kenne die Firma Voelkel zwar nicht seit 80 Jahren und auch deren Gründer sind mir unbekannt, aber Voelkel ist für mich eine von vielen Kindheitserinnerungen. Ich bin im Wendland aufgewachsen und jedes Jahr im Herbst fuhr man zentnerweise Äpfel zu Voelkel. Obstwiesen gibt es im Wendland genug und vor 1989, als die innerdeutsche Grenze noch eine Grenze war, gab es viele einsame Straßen, die von Obstbäumen gesäumt waren, und irgendwo und von irgendjemanden bekam man immer Obst. Und vor Tschernobyl machte sich auch niemand wirklich Gedanken um mögliche Belastungen des Obstes. Die Äpfel wurden dann nach Pevestorf zu Voelkel gefahren und gegen Saft getauscht. Es gab, wenn ich mich recht erinnere, zwei Sorten: Apfel und Apfel-Orange. Und im darauffolgenden Herbst fuhr man die leeren Flaschen und frisches Obst wieder zu Voelkel. (Ich überlege seit Tagen, ob es wohl auch Birnensaft gab. Ich bin mir da nicht sicher.)

Genug der Nostalgie, zurück in die Gegenwart. Vom Wendland geht die Reise nach Mainz. Dort sitzt ein junges Unternehmen, das Eistees produziert. „Ailaike“ nennt sich die Firma, die bisher drei Sorten mit verschiedenen Eistees auf den Markt gebracht hat: Zitrone-Minze, Pfirsich-Mango und Orange-Ingwer. Am besten hat mir Zitrone-Minze geschmeckt – weil es eh eine gelungene Kombi ist und auch dieses Getränk, im Sommer, eiskalt, ist bestimmt ziemlich gut daher kommt. Was mir gefällt: Der Tee steht bei diesem Getränk im Vordergrund, die Produkte werden nicht sehr stark gesüßt und das geschieht zudem mit Agavendicksaft. Der Schwarztee kommt aus Südindien, der Senchatee aus Japan. Alle Rohstoffe sind Bio und Fairtrade gehandelt. Die genauen Produktionsschritte werden auf der Homepage der Firma erklärt, zum Beispiel dass das auf 83,7 Grad Celsius erhitzte Wasser nach dem ziehen mit dem Tee mit Eiswürfeln gekühlt wird. Damit soll verhindert werden, dass die Bitterstoffe im Tee freigesetzt werden. Und vegan ist dieses Produkt auch noch!

Drei Flaschen Eistee

Lecker Eistee: Ailaike very much kann ich nur sagen

Vor drei oder vier Jahren eroberten die Arizona Eistees den deutschen Markt. Das ist, im Vergleich mit dem Ailaike-Eistee, eine süße Plörre. Ich kann jedem nur raten, das Massenprodukt stehen zu lassen und zu den handgebrauten Ailaikes zu greifen.

Nun machen wir einen Abstecher nach Polen. In Kattowitz sitzt die Firma John Lemon, die sich anschickt, den deutschen Markt zu erobern. Sie produziert frische fruchtige Limonaden, die auch nicht zu stark gesüßt sind: Zitrone, Schwarze Johannisbeere, Granatapfel und natürlich, Rhabarber. Der darf ja heute nirgends mehr fehlen. Wobei ich das Gefühl habe, dass der Rhabarber in Form von Saft seinen Zenit überschritten hat. Ich bin aber nach wie vor ein großer Fan von diesem Gemüse, und war es auch schon, bevor der große Rhabarber-Hype ausbrach. Auch das hat mit Kindheit zu tun: Meine Mutter hat immer Rhabarbersaft im Frühling gekocht, zudem bin ich im Besitz des weltbesten Rhabarberkuchenrezepts. (Das verrate ich, wenn die Saison beginnt, versprochen). Wenn es den ersten Rhabarber gibt, beginnt der Frühling. Ich mag das alles sehr!

Limonadenflaschen

John Lemon finde ich als Namen doch originell

Und sonst so? Auch Coca-Cola springt auf den Zug mit auf und bringt zum einen die originale Retro-Fanta wieder auf den Markt, ebenso wie Cola life – mit grünem Etikett, dieses Limo ist ohne Zucker, dafür mit Stevia gesüsst. Das hat mich nicht überzeugt. Bei Cola bin ich konservativ. Wenn ich Cola will, dann die richtige. Mit Koffein und Zucker und süß und ungesund.

Alte Obstsorten sind auch zurück. Sanddorn und Quitte werden wiederentdeckt und kommen unter anderem in Limonaden und Säften auf den Markt.

Trinkt euch fruchtig durch den Frühling und Sommer. Lasst mich wissen, wenn ihr weitere Perlen und Schätze entdeckt!

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