Glyphosat im Bier – oh Schreck!

Etwas verwundert habe ich heute die Nachrichten des Tages gelesen. Glyphosat-Rückstände im Bier, wie kann das nur sein! Gift im deutschen Kulturgut! Nun ist das Unkrautvernichtungsmittel seit Monaten in den Medien, es gibt Studien, die aufzeigen, in welchen Lebensmitteln Glyphosat gefunden wurde. Es wird ein Verbot diskutiert, da das Herbizid im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Hat aber in Deutschland ganz offenbar die breite Masse nicht interessiert.

Bis heute. Der Hashtag Glyphosat hat es sogar auf Platz 1 bei Twitter geschafft. Respekt. Und die dazugehörige Meldung lautet: Auch im Bier finden sich Glyphosat-Rückstände. Das Umweltinstitut München, ein unabhängiger Verein, der sich unter anderem für ökologischen Landbau einsetzt, hat verschiedene Biere untersucht und nun seine Ergebnisse veröffentlicht. 14 der meistgetrunkenen Biere ließ das Institut untersuchen. „Das erschreckende Ergebnis: Bei allen getesteten Bieren wurden wir fündig. Für Bier existiert zwar kein eigener Grenzwert, der höchste gemessene Wert lag jedoch mit 29,74 Mikrogramm pro Liter (µg/l) fast 300-fach über dem Trinkwasser-Grenzwert (0,1 µg/l). Selbst der geringste gemessene Wert lag noch um das Fünffache über dem Grenzwert für Trinkwasser.“

Protest gegen Glyphosat

Viele NGOs fordern seit langem ein Verbot von Glyphosat. Um dass zu erreichen, steckt Campact! Aktivisten in grüne Kostüme. Man fragt sich: Was ist es? Foto: Moritz Richter, Campact

 

Da möchte ich sagen: Ach. Wieso sollte ausgerechnet im Bier KEIN Glyphosat zu finden sein, wenn es doch in Milch, in Getreide, im menschlichen Urin, also irgendwie überall nachgewiesen werden kann? Mein Tip: Auch im Wein werden sich Glyphosat-Rückstände finden lassen, denn das Mittel wird auch in Weinbergen eingesetzt.

Zur Erinnerung: Im vergangenen Herbst stand ein mögliches Verbot von Glyposat im Raum, da es von der Weltgesundheitsorganisation als erbgutschädigend und wahrscheinlich krebserregend eingestuft wird. Zudem soll es die Fruchtbarkeit schädigen.

Neben der wahrscheinlichen gesundheitlichen Gefahr ist das Unkrautvernichtungsmittel auch eine Gefahr für die Umwelt. Es tötet alle Pflanzen ab, die damit in Berührung kommen. Glyphosat wird vor der Ausaaat oder unmittelbar danach auf den Acker ausgebracht, so dass die Unkräuter, die auf dem Acker wachsen, abgetötet werden. Das bedeutet, dass es die biologische Artenvielfalt einschränkt. Wildkräuter sterben ab, es gibt weniger Nahrung für Insekten und andere Tierchen, kurz, alles großer Mist.

Die Konsequenz für mich daraus ist, weiterhin möglichst Lebensmittel zu kaufen, die aus biologischer Produktion stammen. So einfach ist das. Es gibt so viele Gründe, Bio-Produkte zu kaufen. Glyphosat ist ein ziemlich starker, wie ich meine.

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