Saigon – Das Beste der Stadt

Hinter mir liegen 10.000 Kilometer, eine 18-stündige Reise um die halbe Welt und drei Wochen Vietnam. Das ergibt: Jetleg und viele Eindrücke und Erlebnisse, die ich am frühen Sonntag Morgen aufschreiben kann –  ich bin seit 5.30 Uhr wach.

Warum fiel die Wahl auf Vietnam? Neben der Aussicht auf Sonne und Strand waren der Gatte und eine gemeinsame Freundin neugierig auf das vietnamesische Essen. Denn nicht erst seit gestern ist vietnamesisches Essen in Hamburg und Berlin angesagt. Für mich war es die zweite Reise nach Südostasien. Vor zwei Jahren war ich mit dem Gatten vier Wochen in Thailand unterwegs, in diesem Jahr stand also Vietnam auf dem Reiseplan. Hier kommen in Kurzform meine kulinarischen Anmerkungen, zunächst aus dem Zentrum des Südens, Ho-Chi-Minh-City beziehungsweise Saigon.

Saigon ist eine großartige Stadt. Ich finde Bangkok sehr schön, aber Saigon ist nochmal um eines schöner: grüner, nicht so eng und wühlig, bessere Luft, nicht so stickig, aber trotzdem einhüllend tropisch warm, die Menschen sind freundlich – und es gibt gutes Essen. Allerdings kann man im Gegensatz zu Bangkok in Saigon nicht bist spät in die Nacht essen. Ab 22/23 Uhr schließen die Restaurants und die Straßenküchen. Bis dahin findet man aber alles, was die südvietnamesische Küche hergibt.

  1. Die beste Pho der Stadt gibt es in einem kleinen Eckladen names Pho Quynh, Ecke Pham Ngu Lao und Do Quang Dau. Mir wurde die Pho tai empfohlen – eine Variante, bei der rohes Fleisch in die Brühe gegeben wird und dass ganze gart dann in der Suppe nach. Selbstverständlich habe ich das ausprobiert. Unbedingt empfehlenswert! Mit der Suppenschüssel bekommt man einen Teller mit Keimlingen, Thai-Basilikum und Koriander serviert. Diese Dinge kann man nach Lust und Laune in seine Pho geben, außerdem stehen Chili und Limetten immer auf dem Tisch. Wer es also scharf mag, kann seine Reisnudel-Suppe mit frischen Chilis nachschärfen.
  2. Mountain Retreat Restaurant. In einer Seitengassen im 1. Distrikt gelegen, muss man noch sechs Stockwerke zu Fuss erklimmen, bevor man sich in einer grünen Dachterrassen-Oase wiederfindet. Die Karte gibt die breiten Köstlichkeiten der südvietnamesischen Küche her. Was man probieren muss: Als Aperitif einen Mountain by Night, bestehend aus Wodka, Mountain Sirup der aus Anis, Pfirsich und Grenadine herstellt wird, Ananassaft und Kumquat. Dann: die gedämpfte Sommerrolle mit gegrilltem Schwein. Eine Reservierung ist empfehlenswert!
  3. Straßenküchen: Wie auch in Thailand, haben wir gern bei Straßenküchen und einfachen Restaurants gegessen. Enttäuscht wurden wir nie. Allerdings sollte man immer damit rechnen, dass Glutamat im Essen ist – Glutamat wird in Vietnam gern und viel eingesetzt. Es steht oftmals auch als Schälchen auf dem Tisch. Und hält es erst einmal für Salz. Die Essenstände sind aber nicht den ganzen Tag unterwegs. Nachmittags tauchen sie quasi wie aus dem nichts auf und bevölkern die Stadt. Und genauso schnell sind sie auch wieder verschwunden.
  4. Am letzten Abend haben wir im Ly Club gespeist. Die Küche dort: westlich mit vietnamesischen Einflüssen und vietnamesisch mit westlichen Einflüssen. Wir haben uns für unterschiedliche vietnamesische Tasting-Menüs entschieden nämlich die Menüs eins, zwei und drei. Unsere Highlights: Die gegrillten Rippchen aus Menü eins, die Ente in Orangesauce aus dem dritten Menü und das Dessert aus Menü zwei: Mango Chutney mit Tapioca Perlen und Kokosnuss-Eis. Wer also einmal gehobene Küche haben möchte, findet sie im  Ly Club. Dort werden auch ausgezeichnete Cocktails serviert. Der Favorit des Abends: Strawberry Chili.
  5. Ben Than Markt. Im Zentrum gelegen, bietet der Markt alles, was das Touristenherz begehrt: Teekannen, hübsche Ess-Stäbchen, Sonnenbrillen, T-Shirts, Kaffee, Tee, Gewürze, Essen und Trinken. Wie an vielen Ecken in der Stadt, gibt es dort frisch gepresste Fruchtsäfte aus Mangos, aus Soursop, aus Ananas, eben alles, was der tropische Fruchtgarten hergibt. Die Kosten für so einen Saft liegen, je nach Sorte, zwischen 80 Cent und 1,50 Euro. Soursop, auf deutsch Stachelannone, kannte ich vor meiner Reise noch nicht. Als Obst schmeckt sie eher langweilig, aber als frischer Saft hat die Stachelannone Potenzial. Sie hat einen frischen, leicht säuerlichen-apfelartigen Geschmack. Sehr erfrischend!
  6. Maison Marou. Dringend und wärmstens wurde mir dieses Café und Schokoladenhaus empfohlen. Das Haus stellt Schokolade selbst her, aus Kakaobohnen, die in Vietnam wachsen. Neben sehr guter Schokolade bekommt man dort auch Kaffee nach westlicher Art, also ohne dass er hoffnungslos übersüßt ist. Vieles ist in Vietnam stark gesüsst – Vietnam ist ein Land, in dem Zuckerrohr angebaut wird, es ist also wenig verwunderlich, dass vieles gesüßt ist.

Soviel in aller Kürze zu meinen Eindrücken aus Ho-Chi-Minh. Von den weiteren Stationen der Reise, vor allem von Phu Quoc und dem Mekong-Delta berichte ich später. Mit besonderen Dank an Bianca für ihre tollen Tipps und Hinweise!

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